Die laufenden Ermittlungen zum Diesel-Skandal dringen immer tiefer in die deutsche Autoindustrie. Wie verstrickt ist Audi in der Abgas-Affäre? Wie die „tagesschau“ berichtete, hat die Staatsanwaltschaft München II am Montag die Privatwohnungen des Audi-Chefs Rupert Stadler und eines Vorstandsmitglieds durchsuchen lassen, um Beweismaterial sicherzustellen. Beiden Funktionären wird vorgeworfen, an der Manipulation von Diesel-Fahrzeugen direkt beteiligt zu sein.

Stadler bestreitet Anschuldigungen

Audi soll Diesel-Fahrzeuge mit manipulierter Software zur Abgassteuerung auf den europäischen Markt gebracht haben. Rupert Stadler will davon nichts gewusst haben. Intern gilt der Konzern-Chef inzwischen als umstritten.

Über die Privatwohnungen der beiden Hauptverdächtigen gelangte auch die Arbeitsplätze dreier weiterer Personen ins Visier der Ermittler. Laut der Münchner Staatsanwaltschaft soll es sich um zwei frühere Vorstandsmitglieder von Audi handeln. Die Identität des dritten Verdächtigen ist nicht bekannt. Alle drei werden beschuldigt, maßgeblich an den Manipulationen beteiligt gewesen zu sein.

Ein ehemaliger Audi-Motorenentwickler und Porsche-Entwicklungsvorstand sitzt seit September 2017 in U-Haft.

Bereits im Februar durchkämmten Staatsanwälte die Audi-Zentrale in Ingolstadt und Büros im Werk Neckarsulm.

Die Staatsanwaltschaften in München und Braunschweig sind seit Monaten mit der Aufdeckung der Abgas-Affäre beschäftigt. Inzwischen werden 20 Personen direkt beschuldigt, an Manipulationen von Diesel-Fahrzeugen verwickelt zu sein.