Eigentlich sind die Dublin Richtlinien klar: Das Land, in dem ein Flüchtling zuerst europäischen Boden betritt, ist für ihn verantwortlich. Doch Griechenland und Ungarn weigern sich konsequent Flüchtlinge von Deutschland zurückzunehmen.

Verstoß gegen Dublin-Abkommen

Im letzten Jahre stellte die Bundesregierung 2.312 Rücknahmeersuche an Griechenland. Athen erklärte sich für 81 Fälle verantwortlich. Kein einziger Flüchtling wurde jedoch zurückgenommen. Dies meldet die „Passauer Neue Presse“ unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Auch Ungarn habe seit 2017 keine Flüchtlinge mehr zurückgenommen und lehnt die Dublin-Verordnung mittlerweile ganz ab.

Deutschland schickt Flüchtlinge zurück

Deutschland sendet zunehmend Flüchtlinge in andere EU-Länder zurück. Gleichzeitig werden auch Flüchtlinge aus diesen Ländern wieder aufgenommen. So heißt es in dem Bericht weiter, dass im letzten Jahr 3189 Familienangehörige aus Griechenland nachgezogen sind. Die Leidtragenden dieser Verteilungsunklarheiten sind die Flüchtlinge, warnt die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke: „Am Ende bleibt nach all der Hin- und Herschieberei von Schutzsuchenden die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ungefähr gleich.“ Sie bezeichnet das Dublin-System als „absurd und menschenfeindlich“.