Bei schweren Ausschreitungen auf dem Tempelberg in Jerusalem sind seit Freitag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften führten außerdem zu mehr als 400 Verletzten. Der Tempelberg, der Juden und Muslimen heilig ist, wurde zuvor aus Sicherheitsgründen für Männer unter 50 Jahren verboten. 

Altstadt Jerusalems gesperrt

Zuvor wurden die Altstadt und der Tempelberg geschlossen. Lediglich Frauen und Männer über 50 Jahre hatten Zugang. Dennoch wurden Metalldetektoren an den Eingängen aufgestellt, was die Stimmung abermals erhitzte. Grund dafür war die Angst vor neuen gewaltsamen Ausschreitungen an dem heiligen Ort. Zuvor wurden in der Altstadt zwei israelische Polizisten von drei arabischen Israelis bei einem blutigen Anschlag erschossen. Die drei Täter starben anschließend in einem Feuergefecht mit den Sicherheitskräften.

Tempelberg seit vergangenen Sonntag wieder geöffnet

Trotz der Öffnung der heiligen Stätte kam es nun erneut zu heftigen Ausschreitungen. Die Sicherheitskräfte gingen mit Wasserwerfern, Tränengas und Hartgummigeschossen gegen die Angreifer vor. Der amtierende Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte indes Interventionen der USA. Die Metalldetektoren sollen so schnell wie möglich wieder abgebaut werden. 

Palästinenser brechen Kontakte zu Israel ab

In der Nacht zum Samstag wurde bekannt, dass die Palästinenser wegen des Streits um den Tempelberg in Jerusalem sämtliche Kontakte zu Israel abbrechen. Dies hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach einem Krisentreffen seiner Regierung am Freitagabend angekündigt.