Die BAMF-Skandal um die Bremer Ex-Chefin spitzt sich weiter zu. Über mehrere Jahre soll Ulrike B. Asylbescheide zu Unrecht abgenickt haben. Doch die ehemalige Leiterin der Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wiegt sich in Unschuld. Sie verteidigte ihr Vorgehen im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung. Ihr sei es bei ihrer Arbeit stets darum gegangen, dass Menschen in Not zählten, nicht blanke Zahlen. Daher stehe sie zu allem, was sie getan habe.

Dem Vorwurf der Korruption trat die Beamtin entschieden entgegen. Sie habe nie Geld angenommen.

Im April war bekannt geworden, dass die Bremer BAMF-Außenstelle zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Asylanträge unrechtmäßig bewilligt hat. Gegen die Ex-Chefin der Behörde und fünf weitere Personen wird seither wegen Bestechlichkeit und bandenmäßiger Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung ermittelt.

Wer ist Schuld?

Während der Fokus in der Asyl-Affäre auf Ulrike B. gerichtet ist, macht diese ihre ehemaligen und amtierenden Vorgesetzten verantwortlich. Die Beamtin ist davon überzeugt, dass sie geopfert werden solle, während in Wahrheit jene schuldig seien, die jetzt mit den Fingern auf sie zeigten. Insbesondere mit dem Amtsantritt des damaligen BAMF-Chefs Frank-Jürgen Weise sei es in der Asylbehörde nicht mehr um die menschlichen Schicksale gegangen, sondern nur noch um Fallzahlen und Bearbeitungszeiten.

Dieses „Systemversagen“ würde auch Weises Nachfolgerin Jutta Cordt fortführen, sagte Ulrike B. der Zeitung.