Im Falle der Diesel-Affäre hat die US-Justiz nun auch den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn ins Visier genommen und Anklage wegen Betrugs und Mittäterschaft erhoben.

Keine Auslieferung zu befürchten

Die erweiterte Anklageschrift wurde heute von dem zuständigen Gericht in Detroit in Michigan veröffentlicht. US-Justizminister Jeff Sessions erklärte in der zugehörigen Mitteilung:

Wer versucht, die Vereinigten Staaten zu betrügen, wird einen hohen Preis bezahlen.

Staatsanwalt Matthew J. Schneider vom östlichen Bezirk Michigans sagte, es sei erschreckend, dass derart kriminelle Straftaten von der obersten Ebene der Konzernführung abgesegnet wurden.

Winterkorn werden nicht nur Betrug und Mittäterschaft vorgeworfen, er soll darüberhinaus ein Teil einer Verschwörung gegen die US-amerikanischen Umweltgesetze gewesen sein. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 70-Jährigen bis zu 25 Jahre Haft und eine Geldstrafe von maximal 275 000 Dollar. Die US-Behörden vermuten Martin Winterkorn in Deutschland. Hier dürfte dem Ex-Konzernchef erst einmal keine Auslieferung drohen.