Der russische Curler und Bronzegewinner Alexander Kruschelnizki (25) wurde des Dopings überführt. Darin besteht nach der B-Probe kein Zweifel mehr. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat das Dopingvergehen des Olympia-Teilnehmers bestätigt. Kruschelnizki soll die verbotene Substanz Meldonium eingenommen haben, teilte das russische Team mit. Es handelt sich um den dritten Doping-Fall in Pyeongchang. Auch der japanische Shorttracker Kei Saito und der slowenische Eishockeyspieler Ziga Jeglic haben ihre sportliche Leistung auf illegale Weise gesteigert.

IOC in Bedrängnis – Russland wegen Dopings bereits vorbelastet

Russland wurde bereits bei den heimischen Winterspielen in Sotschi 2014 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wegen systematischen Dopings abgestraft. Russische Sportler dürfen in Südkorea nur unter der Bezeichnung „Olympische Athleten aus Russland“ (OAR) unter neutraler Flagge und ohne Nationalhymne antreten. Vielen russischen Sport-Stars wurde die Teilnahme in Pyeongchang gänzlich verweigert.

Schlussfeier für Russen in Gefahr

Die Aufhebung der Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee (NOK) schien zum Greifen nah. Eine Kommission unter dem Vorsitz von IOC-Mitglied Nicole Hoevertsz sollte bis Samstag einschätzen, ob das sportliche Verhalten der russischen Athleten in Südkorea dem Verhaltenskodex entspricht. Bestenfalls könnte die russische Delegation zur Schlussfeier wieder unter ihrer eigenen Fahne einlaufen. Der Doping-Skandal um Alexander Kruschelnizki mischt die Karten nun wieder neu.

„Das Verhalten des Teams und andere Aspekte werden in Betracht gezogen. Ich will da nichts vorwegnehmen“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams.

Die Anhörung des Curlers steht noch aus. Der russische Curling-Verbandschef Dmitri Swischtschow wolle zu einer entsprechenden Verhandlung nach Südkorea fliegen.