So hatte sich Lutz Bachmann seinen London-Trip sicher nicht vorgestellt. Das Vereinigte Königreich erteilte dem 45-jährigen Pegida-Chef eine eindeutige Abfuhr. Noch am Flughafen Stansted wurde Bachmann von der Polizei abgeführt und in eine Abschiebe-Einrichtung gebracht. Warum? Die „Anwesenheit“ des Rechtspopulisten „sei dem Gemeinwohl nicht zuträglich“, soll die Anordnung aus Londoner Sicherheitskreisen lauten. Das bestätigte das britische Innenministerium auf Anfrage der „Bild“-Zeitung am Montag.

Vortrag in London verhindert

Die englische Hauptstadt sollte Bachmann als Podium für einen rechtsgerichteten Vortrag dienen. Als Auftrittsort hatte der Pegida-Initiator die berühmte Speakers‘ Corner im Hyde Park ins Auge gefasst. Dort wollte er eine Rede des rechtsradikalen Aktivisten Martin Sellner verlesen. Doch diese Bühne ist für Bachmann tabu. Um einer möglichen Volksverhetzung entgegen zu wirken, wurde Bachmann schon am Flughafen aus dem Verkehr gezogen.

Sellner, der Anführer der Identitären Bewegung aus Österreich, scheiterte vergangene Woche ebenfalls an der Einreise nach Großbritannien.

Bachmann inszeniert sich auf Facebook

Bachmann machte sich die britische Aufregung um seine Person zunutze. Seinen Ausweisungsbescheid und ein Video von sich im Abschiebegebäude, wo er die Nacht verbrachte, präsentierte er seinen Anhängern auf Facebook. Der 45-Jährige musste am Sonntagmorgen ein Flugzeug nach Memmingen/Bayern besteigen.

Der Pegida-Gründer wurde bereits vom Dresdner Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 9600 Euro wegen Volksverhetzung verurteilt. In der Kritik standen insbesondere Bachmanns Hass-Kommentare gegen Flüchtlinge.