Es herrscht schlechte Luft zwischen Brüssel und Deutschland: Erst kürzlich hatte die EU Klage gegen sechs europäische Mitgliedsstaaten eingereicht, welche die verbindlichen Grenzwerte für Stickoxide nicht einhalten. Auch die Bundesrepublik sitzt auf der Anklagebank.

Insgesamt 66 deutsche Städte überschritten im vergangenen Jahr die Gesundheitsmarke des Erträglichen. Schuld daran sind hauptsächlich Dieselautos. Die Umweltsünder sollen im Verkehr wesentlich mehr Schadstoffe ausstoßen, als aus Tests bekannt ist.

Hamburg zieht nun als erste Großstadt die Notbremse. Gestern ließ die Umweltbehörde der Hansestadt an zwei besonders belasteten Straßenabschnitten der Metropole die bundesweit ersten Diesel-Verbotsschilder montieren.

Ab dem 31. Mai tritt das Verbot hier in Kraft. Die Durchfahrtsbeschränkungen im Stadtteil Altona-Nord gelten für alle Diesel, die nicht die Abgasnorm Euro-6 erfüllen. Entsprechende Umleitungs- und Verbotsschilder sollen ältere Diesel-Pkws und -Lkws von den überlasteten Verkehrszonen fernhalten.

Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis andere Städte dem Hamburger Vorbild folgen.