Auf Papua-Neuguinea hat die Polizei im Auftrag Australiens ein Flüchtlingslager gestürmt und gewaltsam aufgelöst. Zeitgleich berichten die Menschen vor Ort von Ausschreitungen und Misshandlungen durch die Beamten.

Neues Flüchtlingslager

Rund 400 Menschen befinden sich in dem Flüchtlingslager in Manus auf Papua-Neuguinea. Da Australien sich weigert, Flüchtlinge aufzunehmen, die per Boot oder mit der Hilfe von Menschenschmugglern versuchen, ins Land zu kommen, bezahlte die Regierung das Nachbarland und ließ ein Auffanglager errichten.

Jetzt sollen die Australier allerdings Millionen Euro an Steuergeldern für ein neues Lager gezahlt haben, in das die Flüchtlinge nun umziehen sollen. „Die australischen Steuerzahler haben etwa zehn Millionen (australische) Dollar für eine neue Unterkunft bezahlt, und jetzt möchten wir, dass die Leute umziehen“, erklärte Australiens Immigrationsminister Peter Dutton dem Radio 2GB.

„Sie sind sehr aggressiv“

Über den Verlauf der Räumung gibt es unterschiedliche Berichte. Einige Bewohner berichten von gewaltsamen Übergriffen. So schrieb der iranische Flüchtling und Journalist Behrouz Boochani auf seinem Twitter-Account: „Sie zerstören alles“. Außerdem: „Sie sind sehr aggressiv und stecken all unsere Habseligkeiten in Mülleimer.“

Ein Polizeisprecher erklärte dagegen, dass die Männer das Lager friedlich verlassen hätten und dementierte den Einsatz von Gewalt bei der Räumung. Allerdings seine eine „kleine Anzahl“ Migranten festgenommen worden, bestätigte Peter Dutton der Nachrichtenagentur AAP.

Konsequente Flüchtlingspolitik

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte die Polizei vor dem Einsatz vor Verletzungen der Flüchtlinge durch das Einsetzen von Gewalt. Außerdem forderten sie Australien auf, die Menschen in ihrem Land aufzunehmen. Allerdings hält Australien weiterhin daran fest, gar keine Asylbewerber in ihr Land zu lassen. Nur so könne man eine gefährliche Massenflucht über das Wasser vermeiden.