Nachdem der ehemalige Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, in der Kritik stand und es hieß, er habe sich stets nur um „Quantität statt Qualität“ bemüht, weist dieser nun alle Vorwürfe zurück. Die Fehler seien bereits vor der Flüchtlingskrise begangen worden.

Ernst der Lage nicht verdeutlicht

Weise erklärte am Dienstag der Deutschen Presseagentur:

Das Ansteigen der Flüchtlingszahlen wurde zu spät bemerkt, da es kein Controlling gab.

Darüberhinaus seien die Fehler das Resultat der mangelnden Weitsicht ehemaliger Mitarbeiter. Außerdem habe die Behörde zu lange nicht im Fokus des politischen Interesses gelegen, „weil das Thema Asyl lange Zeit scheinbar gut lief“. Veränderungen seien nicht nötig gewesen und

statt in guten Zeiten für schlechte vorzusorgen, hat man die Dinge laufen lassen.

Ohne einen Namen zu nennen, berichtete Weise von den Zuständen im BAMF unter der damaligen Behördenleitung mit Präsident Manfred Schmidt. Die Flüchtlingszahlen seien 2015 drastisch angestiegen und man habe um mehr Mitarbeiter gebeten. Vermutlich habe man den Ernst der Lage allerdings nicht deutlich gemacht.

Und im Herbst 2015, als schlagartig Hunderttausende kamen, war es zu spät. Wir mussten gleichzeitig Krisenmanagement betreiben und die gravierenden Mängel im Bamf reparieren.