Aufatmen in Hamburg. Nach aktuellem Ermittlungsstand steckt hinter der Explosion auf dem Hamburger S-Bahnhof Veddel am Sonntagabend wohl kein terroristischer Hintergrund. Ursache der Detonation soll ein sogenannter Polenböller sein. „Das ist unser derzeitiger Ermittlungsstand“, sagte ein Polizeisprecher am Morgen gegenüber der dpa.

Die Detonation hatte dafür gesorgt, dass die Scheibe eines Windfangs zu Bruch ging, der Fahrgäste vor Wind und Wetter schützt. Sprengstoffexperten rückten an. Die Polizei sperrte den Bahnhof aus Sicherheits- und Ermittlungsgründen für einen Zeitraum von fünf Stunden weiträumig ab. Es wurde niemand verletzt.

Zeugenaussagen zufolge habe ein Mann zuvor eine Plastiktüte am Bahnsteig abgestellt. Die Polizei bestätigte mittlerweile den Fund einer verdächtigen Tüte mit Pyrotechnik. Nach dem mutmaßlichen Täter wird derzeit gefahndet.

„Die Sprengkraft von Polen-Böllern ist bedeutend höher, da in Polen Blitzknallsatz erlaubt ist, in Deutschland hingegen nur Schwarzpulver“, so Ulrike Rockland, Sprecherin der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Blitzknallsatz wirke wie Sprengstoff und hinterlasse schwere Verletzungen, warnt Rockland.