Dieser Gift-Skandal hat die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland nachhaltig beschädigt. Heute wurde das Hauptopfer, Sergej Skripal, aus dem Krankenhaus in Salisbury entlassen. Das teilte die Klinik mit, in dem der frühere russische Doppelagent seit dem Vorfall am 4. März behandelt wurde.

Seine Tochter Yulia durfte das Krankenhaus bereits am 10. April verlassen und befindet sich seither an einem geheimen Ort. Den Kontakt zur russischen Botschaft in London soll die 33-Jährige abgelehnt haben, teilte Scotland Yard mit.

Die Skripals wurden Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt aufgefunden. Untersuchungen vor Ort haben ergeben, dass beide mit dem Nervengift Nowitschok in Berührung kamen. Die höchste Konzentration des flüssigen Gifts wurde an der Türklinke des Wohnhauses von des 66-Jährigen nachgewiesen.

OPCW bestätigte den Giftstoff

Mit der Aufklärung des Mordversuchs an den Skripals wurde schließlich die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag betraut. Die OPCW ließ Blutproben der Opfer und das verwendete Nervengift in unabhängigen Labors analysieren und bestätigte in einem Report die Ergebnisse britischer Experten. Wer für den Anschlag die Verantwortung trägt, ist noch immer nicht bekannt.

Wie es den Skripals gesundheitlich wirklich geht, lassen Toxikologen nur vermuten. Demnach ist Nowitschok ein extrem gefährliches Nervengift, bei dem sich chronische Gesundheitsschäden und Spätfolgen einstellen können.

Sergej Skripal arbeitete seinerzeit für den russischen Militärgeheimdienst GRU und hatte dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Durch einen Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Großbritannien.