Am Tag nach dem Messerangriff in einem Personenzug am Flensburger Bahnhof, sind die Hintergründe des Vorfalls noch undurchsichtig. Ein Mann hatte am Mittwochabend in einem aus Köln kommenden IC auf einen Fahrgast und eine Polizistin mit einem Messer eingestochen. Die 22-jährige Beamtin zog daraufhin ihre Waffe und erschoss den Angreifer.

Streit zwischen Fahrgästen?

Nach Informationen des NDR habe es kurz nach Eintreffen des Zuges in Flensburg einen Streit zwischen zwei Fahrgästen gegeben. Einer der beiden habe dann das Messer gezückt und seinen Gegenüber schwer verletzt. Die eingreifende Polizistin wurde selbst von Messerstichen getroffen. Die 22-Jährige ist offenbar privat mit dem IC gereist, trug aber noch ihre Uniform und Dienstwaffe, von der sie schließlich Gebrauch machte.

Laut Bundespolizei sei es zu der Messerattacke gegen 19.00 Uhr gekommen. Der Bahnhof in Flensburg wurde vorübergehend geräumt, Zugverkehr ausgesetzt und Zufahrtsstraßen gesperrt. Genauere Angaben über den Täter konnte die Polizei am Donnerstagmorgen noch nicht machen. Hinweise auf einen möglichen islamistisch-terroristischen Hintergrund gebe es aktuell nicht, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber der dpa.

Aus Sicherheitskreisen heißt es, es handele sich bei dem Messerstecher um einen 24-Jährigen aus Eritrea, der seit 2015 in Deutschland lebte.

Seit Donnerstagmorgen ist der Bahnhofsbetrieb in Flensburg wieder im vollem Gange.