Es ist ein Prozess, der kaum zu ertragen ist. Das Landgericht Freiburg richtet gegen einen Kinderschänder-Ring, der einen Jungen über zwei Jahre auf widerwärtigste Weise sexuell missbraucht haben soll. Einer der Angeklagten ist Knut S. (50). Der Bundeswehrsoldat wurden heute wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Eine anschließende Sicherungsverwahrung hat der Angeklagte nicht zu befürchten. Dazu mangele es an der rechtlichen Grundlage, erklärte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin.

Auch die zusätzliche Geldstrafe von 12.500 Euro wird das Martyrium des Missbrauchsopfers kaum vergessen machen. Nach Auswertung des grausigen Filmmaterials ist klar, der Ex-Oberfeldwebel Knut S. hat sein Opfer nicht nur körperlich, sondern auch mit üblen Beschimpfungen erniedrigt. Der Film sei so schrecklich, man müsse in ein anderes Eck gucken, weil man so verlegen ist, beschrieb eine Ermittlerin die kinderpornographischen Aufnahmen vor Gericht.

Der Angeklagte hat die Rechte des Kindes bewusst mit Füßen getreten, sadistische Verbrechen an dem Jungen begangen,

resümierte Staatsanwältin Nikola Novak während des Prozesses.

8 Angeklagte – Eigene Mutter und deren Lebensgefährte vermittelte Jungen an Kinderschänder

Doch Knut S. ist nicht der einzige Peiniger des heute neunjährigen Jungen. Insgesamt müssen sich acht Verdächtige in dem Missbrauchsfall verantworten. In einem ersten Prozess wurde der Gelegenheitsarbeiter Markus K. (41) aus dem badischen Ortenaukreis schuldig gesprochen. Er bekam zehn Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung und eine Geldstrafe in Höhe von 12.500 Euro.

Hauptverantwortlich für das jahrelange Leid des Jungen sind ausgerechnet seine eigene Mutter und deren Lebensgefährte. Berrin T. (47) und Christian L. (38) haben das Kind selbst sexuell missbraucht und ihn dann gegen Geld oder als Freundschaftsdienst an Pädophile im In- und Ausland weitergereicht.

In Zusammenarbeit mit Polizeistellen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien kamen Ermittler dem perfiden Paar und dem internationalen Pädophilen-Netzwerk auf die Schliche.

Der Neunjährige befindet sich inzwischen in staatlicher Obhut.