Ein deutscher Pilger sitzt seit fünf Monaten in der Türkei in Haft. Er war auf dem Weg von seiner Heimatstadt Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin wurde er in der Türkei festgenommen und sitzt jetzt im osttürkischen Erzurum im Gefängnis. 

Fall ist dem Ministerium bekannt

Seit April sitzt der deutsche David B. im berühmt-berüchtigten Abschiebelager im Osten des Landes. Während seiner Pilgerreise durchquerte er die Türkei und wurde dort schließlich festgenommen. Er hatte einen bestätigten Pilgerbrief der Kirche in seiner Heimatstadt Schwerin bei sich, diesen haben die türkischen Sicherheitsbehörden allerdings vermutlich als Provokation angesehen und ihn daher inhaftiert. Dem Auswärtigen Amt in Berlin ist der Fall bekannt und David B. werde in der Türkei konsularisch betreut. Nähere Angaben wollte die Behörde dennoch nicht machen.

Deutsche als Geiseln?

Das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland bleibt weiterhin angespannt. Momentan sind mehrere Deutsche in türkischen Gefängnissen inhaftiert. Darunter auch der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel und der Menschenrechtler Peter Steudtner. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel warnte indes die Deutschen vor Reisen in die Türkei und warf dem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, die Deutschen als „Geiseln“ festzuhalten.