Schwere Verletzungen und erste Klage bei Olympia. Die Windverhältnisse im südkoreanischen Pyeongchang bringen Sportler an ihre Grenzen – und darüber hinaus. Sowohl die Herren-Abfahrt als auch das Riesen-Slalom der Damen wurde wegen zu starker Winde in den Bergen verschoben.

Zuletzt hatte eine aus 10 Metern Höhe hinabgestürzte TV-Kamera im Zielbereich der Slalomstrecke für Furore gesorgt. Sie verfehlte nur knapp einen Mitarbeiter der kanadischen CBC.

Schwere Verletzungen nach Wind-Stürzen

Brenzliche Situationen gab es zudem bei den Snowboard-Frauen. Die waghalsigen Sprünge beim Slopestyle-Wettbewerb wurden aufgrund des starken Windes zum ernsthaften Risiko. Sichtlich entsetzt zeigte sich die Norwegerin Silje Norendal (24), nachdem sie mit Mühe und Not Platz 4 erreicht hatte: „Ich hatte Angst um mein Leben.“

Ähnlich erging es der Australierin Tess Coady (17). Die Snowboarderin brachte am Sonntag im Training der Wind zu Fall: Kreuzbandriss. Für die 17-Jährige eine bittere Diagnose. Für sie ist Olympia damit vorbei. Nach Ansicht ihres Verbands hätte schon das Training nicht stattfinden dürfen. Eine Untersuchung dieser Entscheidung soll einberufen werden.

Auch der deutschen Snowboard-Hoffnung Silvia Mittermüller (34) wurde eine Windböe zum Verhängnis. Bei ihrem Trainingssturz zog sich die gebürtige Münchnerin einen Meniskuseinriss zu. Das Rennen musste sie absagen. „Ich habe eine Windböe abbekommen, habe einen Sprung versemmelt und habe mich am Knie verletzt“, bestätigte Mittermiller ihr Olympia-Aus.

Die Finnin Enni Rukajarvi (27) hielt den Wind-Böen zwar stand und holte auf ihrem Snowboard Bronze, doch kritisierte sie die Veranstalter im Anschluss ebenfalls scharf: „Es war ziemlich gefährlich. Man wusste nicht, was einen erwartet. Sie hätten es absagen oder verschieben sollen.“