Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ist nach dem Skandal in Bremen erneut in den Schlagzeilen.

Nach Informationen der Bild-Zeitung werden bald hunderte befristet eingestellte Mitarbeiter ersetzt. Und das, obwohl sie eigentlich händeringend benötigt werden. Schuld an der Misere sind umstrittene Regelungen zur Befristung von Arbeitsverträgen.

Kettenverträge seien für diese Mitarbeiter tabu, heißt es unter Berufung auf ein Schreiben der Bamf-Präsidentin Jutta Cordt vom 22. Mai.

Für eine dauerhafte Besetzung stehen dem Bamf nur 1937 Stellen zur Verfügung,

zitterte das Blatt aus dem Schreiben. Zudem sei eine „eine Entfristung aller rund 3200 befristeten Mitarbeiter“ angesichts der Haushaltsvorgaben „leider nicht möglich“ gewesen.

Fachkräftemangel kollidiert mit gesetzlichen Vorgaben

Es kommt daher zu der bedauerlichen Situation, dass wir erfahrene Mitarbeitende nicht weiterbeschäftigen können, obwohl wir in ihren Tätigkeitsfeldern gegenwärtig Bedarf haben,

erklärte Cordt dem Bericht zufolge. Da der Bedarf an Mitarbeitern jedoch höher sei, „als mit den Dauerstellen gedeckt werden kann“, würden nun neue befristete Stellen ausgeschrieben.

Seehofer versucht Verträge zu verlängern

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach sich am Nachmittag dafür aus, die Mitarbeiter dennoch zu halten. Er habe den Bundestag gebeten, die Verträge in dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln.

Es würde ja keinen Sinn machen (…) jetzt mit der Sache vertraute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freizusetzen, um dann Menschen, die man erst einmal anlernen muss, einzustellen,

sagte Seehofer bei einem Treffen der Landesinnenminister in Quedlinburg. Er sehe beim Bamf dringenden Handlungsbedarf. Positiven Zuspruch erhielt der CSU-Mann bereits vom SPD-Innenexperten Burkhard Lischka. „Wenn es darum geht, die Stellen zu entfristen, sind wir dabei“, sagte er,