Die türkische Offensive rund um die syrische Rebellen-Hochburg Afrin hinterlässt auch auf deutschem Boden deutliche Spuren. Seit Jahresbeginn wurden bereits 37 Angriffe auf türkische Einrichtungen in Deutschland registriert. Einem Polizeibericht zufolge hat sich die Zahl derartiger Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr schon jetzt fast verdreifacht. Und die Adresse für die Gewalt-Exzesse ist immer dieselbe: Präsident Erdogan.

Türkisch-kurdischer Konflikt

Prokurdischen Aktivisten ist Erdogans Syrien-Strategie ein Dorn im Auge. Während die türkische Armee in die Kurden-Region Afrin vordringt, mehren sich Brandanschläge und ähnliche Attacken auf türkisch geführte Moscheen, Kulturvereine und Restaurants in Deutschland, wie das Bundesinnenministerium gegenüber der Funke-Mediengruppe bestätigte. Allerdings handle es sich um vorläufige Zahlen, die für beide Zeiträume noch steigen bzw. sinken könnten. Betroffen waren in den vergangenen Tagen insbesondere Einrichtungen in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.

Deutschland ist mit Blick auf die hier lebende große Zahl von Menschen mit Bezug zur Türkei seit jeher Spiegel und Resonanzboden türkisch-kurdischer Konflikte. Dies gilt in besonderer Weise vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in und um Afrin,

begründete eine Sprecherin des Ministeriums die Lage auf Anfrage der Zeitungen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) erwartet einer Sprecherin zufolge weitere Gewalttaten als Reaktion auf die türkische Offensive gegen Kurden in Nordsyrien, so eine Sprecherin gegenüber der „Welt“ vergangene Woche.

Seit dem 20. Januar diesen Jahres bekämpft die türkische Armee in Nordsyrien die Kurdenmiliz YPG. Erdogan stuft die YPG aufgrund ihrer Verbindungen zur PKK als Terrororganisation ein.