Am Dienstag wurde Jared Kushner zusammen mit anderen Mitarbeitern des Weißen Hauses der Top-Secret-Status entzogen. Damit haben sie nur noch Einsicht in Dokumente, die den Stempel „Geheim“ tragen, aber nicht mehr in Akten, die als „Top Secret“ eingestuft wurden.

Undurchsichtige Beziehungen ins Ausland

Vor einem Jahr wurde Kushner von Trump beauftragt, sich für ein Nahost-Friedensabkommen einzusetzen. Außerdem kümmerte sich der Ehemann von Ivanka Trump um die Handelsbeziehungen zwischen Mexiko und den USA und um die Beziehungen zu China. Daher hatte Kushner die höchste Sicherheitsstufe nur vorübergehend erhalten.

Die komplizierten Verhältnisse, die der 37-Jährige nicht nur geschäftlich ins Ausland pflegte, hinderten das FBI bislang, eine endgültige Entscheidung über Kushners Sicherheitsstufe zu treffen. Zudem gab er verschiedene Kontakte nicht an und musste deswegen dreimal seine Dokumente für den Sicherheitsdienst überarbeiten.

Kushners Sicherheitsstatus wird daher auch weiterhin ein Fall für das FBI bleiben. Eine offizielle Bestätigung gab es bislang noch nicht aus dem Weißen Haus. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte allerdings: „Er wird die wichtige Arbeit, die er gemacht hat, fortsetzen.“ Ob er nach der Herabstufung noch an Geheimdienst-Meetings teilnehmen darf, wird derzeit in Washington bezweifelt. Insider wollen wissen, dass die Degradierung bereits letzten Freitag auf Befehl von Stabschef John Kelly stattfand.

Kelly reagierte mit der Herabstufung auf die Entlassung des engen Trump-Mitarbeiters Rob Porter. Auch er bekam nur einen vorübergehenden Top-Secret-Status, da dem FBI bekannt war, dass er zwei seiner Ex-Frauen misshandelt haben soll. Kelly will nun dafür sorgen, dass nur noch Mitarbeiter die höchste Sicherheitsstufe erhalten, deren Überprüfung durch das FBI positiv abgeschlossen wurde.