Dieses Ergebnis dürfte im Hause Merkel für einen trüben Jahresabschluss sorgen. Ein Vierteljahr nach der Bundestagswahl wünscht sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur rund jeder zweite Deutsche (47 Prozent) ein vorzeitiges Ende der Amtszeit von Angela Merkel. Während die CDU-Vorsitzende bei den bevorstehenden Sondierungsgesprächen mit der SPD auf die Große Koalition setzt, scheint das Vertrauen bei vielen Deutschen aufgrund der mühsamen Regierungsbildung zu bröckeln. Lediglich 36 Prozent der Befragten erhoffen sich demnach eine vollständige vierjährige Amtszeit von Angela Merkel bis 2021 im Falle ihrer Wiederwahl zur Regierungschefin.

Stegner kritisiert „Muskelprotzerei“ der CDU

Am 7. Januar loten Union und SPD ihre Interessen bei Sondierungsgesprächen aus. Sowohl eine Neuauflage der Großen Koalition als auch eine Minderheitsregierung unter Angela Merkel sind denkbar. Sollten beide Seiten keinen Weg zueinander finden, sind sowohl erneute Jamaika-Gespräche als auch Neuwahlen denkbar.

Wenn CDU-Politiker wie Frau Klöckner nun die SPD öffentlich ermahnen und unter Druck setzen wollen, schadet das den Sondierungen bereits, bevor sie beginnen,

warnte Ralf Stegner gegenüber der „Welt“. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende rief stattdessen zu ernsthaften und reflektierten Gesprächen auf.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hatte zuvor gefordert, dass sich der deutliche Wahlsieg der CDU im Falle einer Koalition mit der SPD niederschlagen müsse.

Gabriel: CDU und CSU müssen „aus ihrer Deckung kommen“

Eine klare Ansage für die Sondierungen gab es auch vom früheren SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel:

„Nun müssen CDU und CSU mal sagen, was sie eigentlich für Deutschland tun wollen. Die müssen mal aus ihrer Deckung kommen. Die SPD ist da sehr klar“, sagte er in der „Bild“-Zeitung.

Die SPD hatte eine gemeinsame Regierung mit der Union zunächst ausgeschlossen. Nach den gescheiterten Gesprächen mit der FDP soll nun doch über eine mögliche Große Koalition mit CDU und CSU beraten werden.