Krawalle und sexuelle Übergriffe auf einem Volksfest beschäftigen Polizei und Politik in Schorndorf bei Stuttgart. Für den Vormittag wurde eine Pressekonferenz von Stadtverwaltung und Polizei angesetzt.

«Die Gewalt gegenüber den Beamten war erschreckend», sagte ein Polizeisprecher heute über die Vorfälle am Wochenende. Es sei üblich, dass sich während des Volksfests viele Jugendliche träfen – doch die Aggression gegenüber der Polizei sei neu gewesen. Als Hauptproblem nannte der Sprecher den Alkoholkonsum der Jugendlichen.

In der Nacht zum Sonntag versammelten sich laut Polizei bis zu 1000 junge Leute im Schlosspark der Stadt, es kam zu Randalen. Viele der jungen Leute hatten laut Polizei einen Migrationshintergrund. Auf dem Volksfest kam es laut Polizei auch zu sexuellen Übergriffen. Zudem seien mehrere Körperverletzungen angezeigt worden.

In der Pressekonferenz räumte der zuständige Polizeipräsident Roland Eisele ein, dass die Polizei die Situation nicht immer unter Kontrolle hatte. Von einer Ausnahmezustand ähnlich der Situation auf dem G20-Gipfel in Hamburg wollte er jedoch nicht sprechen.

Wieviele der rund 1.000 beteiligten tatsächlich Flüchtlinge oder Menschen mit Migrationshintergrund waren, sei laut Bürgermeister Matthias Klopfer nicht mit Sicherheit zu sagen. Es waren Einheimische ebenso dabei – „Ein buntes Fest“. Ebenso sei nicht davon auszugehen, dass die gewaltbereiten Gruppen sich organisiert zusammengetroffen hätten, um Gewalt gegen Polizisten anzuwenden.

Aktuell seien zwei Fälle von sexuellen Übergriffen bei der Polizei angezeigt worden. Eisele fordert alle betroffenen Frauen auf, sich an die Polizei zu wenden.

Klopfer wies darauf hin, dass es durch den Zuzug von Flüchtlingen nicht generell mehr sexuelle Übergriffe in der Region gibt, wohl aber mehr sonstige Straftaten, die rein statistisch mit Bevölkerungszuwachs einhergehen.

Mit Material von dpa; Foto: dpa