Kunde oder Kundin? Das war die große Frage vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Muss es in Formularen der Sparkasse eine Unterscheidung zwischen weiblicher und männlicher Anrede geben? Ja – forderte eine Kundin und klagte vor dem BGH. Vergeblich. Am Dienstag wies der Bundesgerichtshof die Revision der Klägerin zurück und gab Sparkassen Recht. Demnach müssen Frauen in Formularen auch weiterhin nicht gesondert in weiblicher Form angesprochen werden.

Hintergrund – Rentnerin fühlte sich zu Unrecht als „Kunde“ angesprochen

Ins Rollen gebracht hatte die ganze Sache die 80-jährige Marlies Krämer aus dem Saarland. Die Rentnerin wollte es nicht hinnehmen, durch die unpersönlichen Vordrucke der Sparkasse als „Kunde“ anstatt als „Kundin“ angesprochen zu werden. Mit ihrer Klage sorgte sie für mediales Aufsehen und für großen Wirbel bei deutschen Geldinstituten.

Marlies Krämer hat die Sparkasse zur Rechenschaft gezogen, da diese in ihren Formularen ausschließlich die männliche Form als Anrede benutzt. Krämer findet es nicht mehr zeitgemäß, verallgemeinernd als Kunde bezeichnet zu werden, sondern fordert zusätzlich die Ansprache „Kundin“. Die Sparkasse wies die Klage zunächst zurück. Krämer scheiterte auch in zweiter Instanz vor dem Landgericht Saarbrücken.

Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass bereits seit 2000 Jahren schon im allgemeinen Sprachgebrauch bei Personengruppen beiderlei Geschlechts das Maskulinum als Kollektivform verwendet und es sich insoweit um nichts weiter als die historisch gewachsene Übereinkunft über die Regeln der Kommunikation handelt,

wurde dort argumentiert.