Ungewohnt drastische Worte für europäische Verhältnisse: Gavin Williamson, seit 2. November neuer Verteidigungsminister von Großbritannien, plädiert im Umgang mit IS-Terroristen für einen kurzen Prozess. Um der „Bedrohung“ zuvorzukommen, sollen britische Staatsbürger, die im Auftrag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) handeln, aufgespürt und „eliminiert“ werden. Die Erklärung dafür liegt für Williamson auf der Hand:

„Ein toter Terrorist kann Großbritannien keinen Schaden zufügen.“

Rund 400 IS-Kämpfer nach Großbritannien zurückgekehrt

Von schätzungsweise 800 Briten, die im Irak und in Syrien für den IS gekämpft haben sollen, seien etwa 400 zurück in der Heimat. Für Williamson sind das 400 Gefährder zu viel. Britische IS-Kämpfer müssten „zur Strecke gebracht werden“, sei es in Großbritannien oder anderswo.

Erst gestern wurden Meldungen öffentlich, dass binnen der vergangenen zwölf Monate neun Anschläge in Großbritannien vereitelt werden konnten, darunter ein geplantes Attentat auf Premierministerin Theresa May. Insgesamt 36 Menschen fielen in diesem Jahr Terroranschlägen in London und Manchester zum Opfer.