UPDATE: Auch am zweiten Prozesstag bestreitet der U-Boot-Bauer Peter Madsen, die schwedische Journalistin Kim Wall ermordet zu haben. Allerdings kommen immer weitere grausame Details ans Licht. So berichtete der 37-Jährige während der Zerstückelung von Kim Walls Leiche an den Horror-Film „Sieben“ gedacht zu haben. 

Ja, daran habe ich vielleicht gedacht, aber inspiriert hat mich der Film nicht.

In dem Hollywood-Streifen mit Brad Pitt und Morgan Freeman geht es um einen brutalen Mörder, der seine Opfer nach den Prinzipien der sieben Todsünden hinrichtet. Auch hier steht am Ende ein abgetrennter Kopf im Fokus. 

In Kopenhagen hat Anfang März der Prozess um den spektakulären Kriminalfall auf dem U-Boot „Nautilus“ begonnen. Der Erfinder Peter Madsen wird beschuldigt, die schwedische Journalistin Kim Wall bestialisch ermordet zu haben. Vor dem Gerichtsgebäude bildete sich eine lange Schlange von Journalisten, die über den Fall berichten.

Wurde der „verrückte Erfinder“ zum Mörder?

Er gilt als exzentrischer Tüftler, manch einer hält ihn für verrückt. Am 10. August 2017 wollte Kim Wall wollte der Genialität von Peter Madsen im Bauch der „Nautilus“ auf den Grund gehen. Kurz vor dem Tauchgang im U-Boot schrieb die 30-Jährige ihrem Freund eine letzte SMS:

Ich lebe übrigens noch. Aber jetzt tauchen wir ab. Ich liebe dich. Er hat Kaffee und Kekse mitgebracht.

Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen verlas das letzte Lebenszeichen der Reporterin vor Gericht.

Was geschah wirklich auf der „Nautilus“?

Am Morgen nach der gemeinsamen Tauchfahrt sank das U-Boot. Madsen wurde lebend aus dem Wasser gerettet, doch von Kim Wall fehlte zunächst jede Spur. Erst Wochen später fand man die Leiche der jungen Frau im Meer, Stück für Stück in ihre Körperteile zerlegt. Erst ihren Kopf und Torso, dann die Beine, schließlich die zweiten Arm.

Madsen soll Wall an Bord gefoltert, sexuell missbraucht und getötet haben. Doch all das bestreitet der 47-Jährige.

Staatsanwaltschaft zeichnet ein düsteres Szenario

Zwar hat Madsen inzwischen gestanden, Walls Leiche zerstückelt und ins Meer geworfen zu haben, doch zu den Umständen ihres Todes verstrickte sich der Angeklagte in verschiedenen Versionen. So soll die junge Schwedin einen schweren Lukendeckel auf den Kopf bekommen haben oder im Inneren des Bootes erstickt sein.

Die Staatsanwaltschaft ist hingegen überzeugt, dass Madsen den Mord auf der „Nautilus“ bis ins Detail geplant hatte. Entsprechende Utensilien an Bord wie eine Säge, Messer und spitze Schraubenzieher geben weisen auf die brutalen Folterpraktiken hin, die Wall erleiden musste. Das belegt auch der Obduktionsbericht. Demnach habe Madsen die 30-Jährige gefesselt, gefoltert, auf sie eingestochen und sie schwer am Unterleib verletzt. Die Forderung lautet daher lebenslange Haft oder Sicherungsverwahrung wegen Mordes und Missbrauchs.

Das Urteil im Fall Madsen wird am 25. April erwartet. Im Laufe des Prozesses werden mehr als 30 Zeugen angehört.