Am Wochenende wurde in Darmstadt Hessens größtes Musik-Festival gefeiert. Doch die ausgelassene Stimmung endete in einem Massenangriff auf die Sicherheitskräfte und Polizisten. Es kam zu 80 Festnahmen.

Zunächst sahen sich die Beamten in der Nacht zum Sonntag nur mit wenigen Angreifern konfrontiert, die Flaschen und Steine auf sie warfen. Doch plötzlich standen ihnen etwa 100 gewaltbereite Menschen gegenüber, die gezielt gemeinsam Jagd auf die Polizisten machen. 15 Beamte wurden bei dem Angriff verletzt und 80 Tatverdächtige festgenommen. Ein Polizeisprecher erklärte, dass es sich bei den Tätern nicht um Angehörige einer speziellen Gruppierung handelte:

Ersten Ermittlungen zufolge schlossen sich die kleinen Gruppen – womöglich aus Solidarität – zusammen und gingen gewaltsam gegen die Beamten vor.

Man habe keine „Strategie“ hinter dem Angriff feststellen können. Außerdem:

Viele der festgenommenen Personen waren stark angetrunken.

Die Beamten wurden zunächst wegen Körperverletzung und Ruhestörung zum alljährlichen Schlossgrabenfest gerufen. Schließlich mussten weitere Kräfte aus Südhessen, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden anrücken. Der Park wurde geräumt und die zumeist jungen Männer festgenommen. Es befanden sich aber auch Frauen unter den Angreifern. Die meisten wurden am Sonntag bereits wieder freigelassen. Viele von ihnen haben Verfahren wegen Landfriedensbruchs zu befürchten.

Darmstadts Polizeipräsident Bernhard Lammel sagte:

Solch ein Gewaltausbruch ist mit nichts zu rechtfertigen.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) forderte daher harte Strafen:

Diese Tat stellt nicht nur einen ungeheuerlichen Angriff gegen die eingesetzten Beamtinnen und Beamten dar; es ist zugleich auch ein Angriff gegen unseren Rechtsstaat und unsere Gesellschaft.

Auf der Innenministerkonferenz vom 6. bis 8. Juni wolle er sich daher für eine Verschärfung des Strafrechts für solche Angriffe einsetzen.

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