Die Welt steht unter Spannung und in vielen Teilen der Welt drohen Konflikte. Angesichts dessen investieren zahlreiche Staaten nun in die militärische Aufrüstung. Die USA und China liegen dabei ganz weit vorn. Russland hält sich mit seinen Militärausgaben derzeit zurück – aus wirtschaftlichen Gründen.

Russlands Ausgaben erstmals rückläufig

Das Friedensforschungsinstitut Sipri fand heraus, dass die internationalen Militärausgaben auf 1,74 Billionen US-Dollar (rund 1,43 Billionen Euro) gestiegen sind. Das sei ein Zeichen dafür, dass die Suche nach friedlichen Konfliktlösungen immer weiter in den Hintergrund gerate, so die Forscher.

Weltweiter Spitzenreiter sind die USA. Die Vereinigten Staaten investieren seit 2016 wieder verstärkt in Aufrüstung. 2017 blieben die Ausgaben konstant. In diesem Jahr seien weitaus höhere Investitionen geplant, wie Sipri-Spezialistin Aude Fleurant bekannt gab. Dabei ginge es nicht nur um die personelle Aufstockung, sondern auch um die Modernisierung von konventionellen und auch nuklearen Waffen.

China erhöht seine Militärausgaben seit mehr als 20 Jahren und steigert diese auch in diesem Jahr um etwa 5,5 Prozent. Experten vermuten allerdings viel höhere Werte, da die Regierung die tatsächlichen Ausgaben unter Verschluss hält.

Russland befand sich derzeit auf Platz drei der Weltrangliste. Das Land schraubt seit 1998 seine Rüstungsausgaben erstmalig zurück und zwar um ein Fünftel. Damit bleiben Russland noch 66 Milliarden Dollar. Friedensforscher sehen darin aber nicht etwa einen Kurswechsel Putins, sondern die logische Folge der Wirtschaftskrise.

Sipri-Forscher Siemon Wezeman erklärt:

Die Modernisierung des Militärs bleibt eine Priorität in Russland, doch die wirtschaftlichen Probleme, die das Land seit 2014 erlebt, schränken das Rüstungsbudget ein.