Bisher wurden Männer die der gleichgeschlechtlichen Liebe fröhnten das Blutspenden untersagt. Diese Richtlinie wurde nun gelockert – unter einer Bedingung.

Das besagt die neue Richtlinie

Schwule müssen mindestens 12 Monate enthaltsam gelebt haben, um Blut spenden zu dürfen. Diese Regelung dürfte aber für die wenigsten homosexuellen Männer praktikabel sein.

Dennoch: Zuvor war es für sie grundsätzlich verboten Blut zu spenden. 2015 erklärte der Europäische Gerichtshof eine Spendeverbot für zulässig. Warum machen diesen Zahlen deutlich. Mehr als zwei Drittel der insgesamt 3200 mit HIV infizierten Männer, haben demnach gleichgeschlechtlichen Sex.

Die Reaktionen

Schwulennahen Verbänden geht diese Regelung nicht weit genug. Ihrer Meinung nach setze sich die neue Richtlinie über Erkenntnisse der Wissenschaft hinweg. Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland:

Das Bestreben, Männer, die Sex mit Männern haben, weiterhin dauerhaft von der Blutspende auszuschließen, hat über die Wissenschaft  gesiegt.

Die Deutsche AIDS-Hilfe sieht Homosexuelle ebenfalls benachteiligt:

Eine HIV-Infektion kann man heute sechs Wochen nach dem letzten Risiko sicher ausschließen. Diese Frist wäre nachvollziehbar – eine längere schließt viele Menschen weiterhin unnötig von der Blutspende aus.