Die geplante Abschiebung eines 23-jährigen Togolesen aus einer Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen (Baden-Württemberg) sorgte für Schlagzeilen. Bereits am 30. April sollte Yussif O. ausgewiesen werden. Doch der Zugriff scheiterte. Rund 150 Flüchtlinge stellten sich nach Angaben der Polizei den Einsatzkräften entgegen. Der Großeinsatz musste abgebrochen werden.

Am frühen Dienstagmorgen gelang schließlich die Abschiebung des Mannes nach Italien.

Proteste in Ellwangen

Rund eine Woche nach der gescheiterten Abschiebung eines Togolesen kamen am Mittwoch etwa 200 Asylbewerber für einen friedlichen Protestzug durch Ellwangen zusammen. Sie erhoben schwere Vorwürfe gegen die Polizei und gegen die Medien, die nach dem Einsatz falsche Fakten verbreitet hätten. Demnach hätten keine 150 Flüchtlinge das Auto der Beamten umzingelt und sie seien auch nicht bedroht worden. Einer der Sprecher der Asybewerber, der Nigerianer Isaiah Ehrauyi, erklärte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vor den Toren der Landeserstaufnahmeeinrichtung:

Wir, die Geflüchteten aus Ellwangen, sind nicht gewalttätig.

Die Polizisten hätten sich zurückgezogen und den Togolesen in Handschellen stehen lassen, als sich etwa 30 bis 40 Flüchtlinge auf dem Weg nach draußen machten, heißt es weiter. Außerdem hätten Medien Angaben der Polizei einfach übernommen, „ohne die tatsächlichen Ereignisse zu recherchieren“.

Die Polizei bleibt derweil bei ihrer Darstellung. Der Dienstwagen sei von etwa 150 Menschen umzingelt worden. Aufgrund der Bedrohung musste der Einsatz schließlich abgebrochen werden.

Bernhard Kohn, Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Aalen, erklärte:

Es gibt keinen Grund, unsere Schilderungen der Vorgänge zu ändern.

Nach der Pressekonferenz brachen hunderte Asylbewerber zu der friedlichen Demonstration auf. Dort sprach Ehrauyi erneut über die Nacht vor der der Landeserstaufnahmeeinrichtung. Sie hätten friedlich protestiert und immer wieder „Nein“ gerufen:

Wir wollten verhindern, dass unser Bruder nach Italien abgeschoben wird.