Nach der verheerenden Brandkatastrophe in einem Einkaufszentrum der sibirischen Stadt Kemerowo wird heute der 64 Todesopfer gedacht, darunter 41 Kinder. Als überraschender Trauergast machte sich Präsident Putin am Dienstag ein Bild von dem Unglücksort. Er sprach hinsichtlich des Ausmaßes dieser Tragödie von „krimineller Nachlässigkeit“. Mit ihm forderten Tausende Demonstranten vollständige Aufklärung.

Was passiert hier?,

fragte Putin am Morgen an der Unglücksstelle.

Es seien „keine Kampfhandlungen, keine plötzlichen Methangasexplosionen in einem Schacht. Menschen, Kinder kamen hierher, um sich zu entspannen.“

Gouverneur Aman Tulejew ordnete für die sibirische Region im Kusbass eine dreitägige Trauer an.

Am Sonntagabend war das Feuer in einem Kinosaal im vierten Stock ausgebrochen und hatte sich auf 1.600 Quadratmeter ausgebreitet. Rund 500 Helfer waren vor Ort im Einsatz. Erst in den Morgenstunden gelang es der Feuerwehr den Brand vollständig zu löschen.

Polizeiquellen zufolge wurden inzwischen vier Menschen festgenommen, darunter der Direktor des Einkaufszentrums, welches sich im Zentrum der 500.000 Einwohner zählenden Stadt Kemerowo im Süden Sibiriens befindet. Das Gebäude gilt infolge der Brandkatastrophe als einsturzgefährdet. Die genaue Ursache ist bisher nicht bekannt.