Es klingt wie in einem US-amerikanischen Film: Eine Insassin eines Frauengefängnisses klettert durch eine Dachluke, überwindet einen fast vier Meter hohen Zaun und schafft es dann auch noch über eine drei Meter hohe Mauer. So geschehen diese Woche im niedersäschischen Frauengefängnis in echta. Jetzt wurde Tizia L. wieder festgenommen.

Die 22-Jährige war im letzten Jahr zu elf Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihren Mann mit acht Schüssen ermordet hatte.

Laut eines Polizeisprechers saß Tizia L. in der sozialtherapeutischen Einrichtung des Gefängnisses. Dieser Bereich sei weniger gesichert als der geschlossene Vollzug.

Doch hier geschah die spektakuläre Flucht. Am Montagmorgen brach die junge Frau das Schloss einer Dachluke auf. Hier zwängte sie sich durch und schaffte es schließlich auf das Dach des Gebäudes. Tizia L. kletterte nach unten und überwand dann tatsächlich den Zaun und die Mauer. Alles, ohne von den Videokameras erkannt zu werden.

Christian Lauenstein vom Justizministerium in Hannover war erstaunt über die Aktion:

So eine Flucht wäre nicht jeder Frau geglückt. Schon um das Fensterschloss aufzubrechen, brauche man Geschick.

Gefängnis zieht Konsequenzen

Das Gefängnis zog Konsequenzen aus dem Ausbruch. Ab 20 Uhr darf nun das Obergeschoss von den Insassen nicht mehr betreten werden. Auch tagsüber muss nun immer ein JVA-Mitarbeiter mit dabei sein.

Die Ausbrecherin muss keine juristischen Konsequenzen befürchten.