Gerade erst wurde die US-Sitcom „Roseanne“ neu aufgesetzt, da verschwindet sie auch schon wieder von den TV-Bildschirmen. Grund dafür ist ein rassistischer Tweet der Hauptdarstellerin Roseanne Barr (65). Der Fernsehsender „ABC“ reagierte umgehend und nahm die Sendung wieder aus dem Programm.

Die 65-Jährige griff auf ihrem Twitter-Account die afroamerikanische Politikerin – zugleich Beraterin des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama – Valerie Jarrett an und schrieb:

Hätten die Muslimbruderschaft und Planet der Affen ein Baby, würde es aussehen wie Valerie Jarrett.

Mit diesem Tweet schoss sich die einst so beliebte Schauspielerin ins Aus. ©twitter/therealroseanne

Hassbotschaften und Verschwörungstheorien

Die Ausmaß der Folgen dieser Worte konnte die Schauspielerin zu dem Zeitpunkt sicherlich noch nicht abschätzen, doch wenig später folgte ein Shitstorm, der es in sich hatte. Ihr Follower warfen ihr abermals Rassismus vor, denn die 65-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt. Immer wieder sorgt sie mit der Verbreitung von hasserfüllten Botschaften und Verschwörungstheorien für Aufsehen. Bereits 2013 beschimpfte sie Susan Rice, ebenfalls Obama-Beraterin, als Affen. Außerdem zeigte sie sich im Internet als Befürworterin einer Verschwörungstheorie, die besagt, Demokraten würden einen Pädophilen-Ring betreiben und Donald Trump sei der große Retter der Sexsklaven.

Schlaftabletten schuld?

Nur wenig später löschte Roseanne Barr den Tweet, doch da war es schon zu spät. Der TV-Sender zog die Konsequenzen und setzte die Sitcom ab. Doch nicht nur „ABC“ distanziert sich von der 65-Jährigen, auch ihre Schauspiel-Kollegen sind schockiert über die Aussagen. Sara Gilbert (43), Roseannes Serientochter Darlene, schrieb auf Twitter:

Es ist unglaublich traurig und schwierig für uns alle, denn wir haben eine Show geschaffen, an die wir glauben, auf die wir stolz sind und die die Zuschauer lieben – eine Show, die anders ist als die Meinungen und Wörter eines Mitglieds der Besetzung.

Auch Barr selbst meldete sich nach dem Löschen des Tweets zu Wort, entschuldigte sich und gibt nun Schlaftabletten die Schuld:

Ich habe etwas Unverzeihliches getan, also verteidigt mich nicht. Es war 2 Uhr morgens und ich habe unter dem Einfluss von Ambien getwittert.

Außerdem schrieb sie:

Es soll keine Entschuldigung dafür sein, was ich getan habe, aber ich habe nach der Einnahme von Ambien schon seltsame Dinge getan – so wie nachts um 2 Eier an der Wand zu zerschlagen.

Mit „Roseanne“ verliert das US-Fernsehen nicht nur eine der größten und beliebtesten Sitcoms, dieser Fall könnte zur Warnung für zahlreiche andere Schauspieler und Politiker werden, die ihre Reichweite in den sozialen Netzwerken nutzen, um Hassbotschaften zu verbreiten.