Nach der Wahl in Italien haben Rechtspopulisten und EU-Kritiker zusammen mehr als die Hälfte der Stimmen für sich erreichen können. Auch der skandalumwitterte Silvio Berlusconi ist mit seinem Mitte-Rechts-Bündnis vorne dabei, wurde allerdings von der rechtspopulistischen Lega zurückgedrängt. Jetzt steht die Regierungsbildung an und die wird sich als denkbar schwierig gestalten.

Keine Mehrheit erreicht

Als stärkste Partei gehen die EU-Skeptiker der Fünf-Sterne-Bewegung nach ersten Hochrechnungen aus der Wahl hervor. Etwa 31 Prozent der Stimmen konnten sie nach ersten Auszählungen der Wahlkreise für sich vereinen, teilte das Innenministerium noch am Sonntag mit. Beppe Grillo liegt dadurch deutlich vor Ministerpräsident Paolo Gentiloni und den Sozialdemokraten.

Silvio Berlusconi und die Forza Italia wurden indes von der fremdenfeindlichen Lega überholt. Matteo Salvini (Lega) erreichte 18,5 Prozent und der ehemalige Regierungschef Berlusconi nach ersten Hochrechnungen 13,6 Prozent der Stimmen. Zusammen mit kleineren rechten Parteien können sich dadurch ein Mitte-Rechts-Bündnis bilden, allerdings fehlt ihnen die nötige Mehrheit zur Regierungsbildung – auch wenn sie die stärkste Kraft sind.

Die PD um Paolo Gentiloni erreichte 19,5 Prozent. Das Linksbündnis der Sozialdemokraten konnte 24,5 bis 27,5 Prozent erzielen. Letztlich erreicht weder eine Partei noch ein Bündnis eine Mehrheit. Daher wird die Regierungsbildung schwierig. Mindestens 316 von 630 Sitze in der Abgeordnetenkammer und mindestens 158 von 315 Sitze im Senat müssen besetzt werden, um eine Mehrheit im Parlament zu erreichen. Derzeit kommen populistische und EU-kritische Parteien nur auf etwa die Hälfte der Stimmen.

Das Endergebnis wird am Montag erwartet. Allerdings schlossen die Forza Italia und die PD eine große Koalition noch vor der Wahl aus. Auch die Fünf-Sterne-Bewegung lehnt jegliches Bündnis ab.