Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzesentwurf beschlossen, der die Brückenteilzeit ermöglicht. Damit wird für Teilzeitbeschäftigte der Weg zurück in eine Vollzeitstelle einfacher. Rund 22 Millionen Arbeitnehmer profitieren von dem neuen Rechtsanspruch, der ab 2019 gelten soll.

Prestigeobjekt der SPD

Die Regelung tritt für Unternehmen mit mindestens 45 Mitarbeitern in Kraft. Künftig wird es für Beschäftigte möglich sein, eine befristete Teilzeitphase zwischen einem und fünf Jahren einzulegen. Das jeweilige Arbeitsverhältnis müsse jedoch vorab länger als sechs Monate bestehen. Auch der umgekehrte Fall, von Teilzeit in Vollzeit, wird vereinfacht. Unternehmen müssen allerdings nur einem von 15 Arbeitnehmern den neuen Rechtsanspruch gewähren, sofern sie zwischen 46 und 200 Mitarbeiter beschäftigen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht das Gesetz, dass aus seinem Hause stammt, als Schritt in die richtige Richtung:

Im Kern geht es darum, dass die Arbeit zum Leben passt,

so der SPD-Politiker, der nach langem Hin und Her das Gesetz auf den Weg brachte.

Der neue Rechtsanspruch baue Brücken ins Ehrenamt, in die Weiterbildung sowie in die Verwirklichung eigener Ziele, heißt es.

Er lässt vor allem Frauen künftig nicht mehr in der Teilzeitfalle hängen,

so Heil weiter.

Kritik von Union und Linksfraktion

Kritik kommt von der Unionsfraktion. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagt, der Entwurf sei „noch nicht entscheidungsreif“. Auch die Linkspartei ist mit der Regelung nicht zufrieden. Sie moniert, dass nur weniger als fünf Prozent der Betriebe von der neuen Brückenteilzeit betroffen sind und fast die Hälfte der berufstätigen Frauen ausgeschlossen werden, erklärt Fraktionsvize Susanne Ferschl.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund freut sich über die „spürbaren Fortschritte“, doch sieht noch Spielraum in Bezug auf Arbeitszeitsouveränität für alle Beschäftigten, so DGB Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.