Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) hat einen Auftrag. Sie soll klären, ob die syrische Führung um Machthaber Baschar al-Assad in mehreren Fällen Giftgas gegen ihr eigenes Volk eingesetzt hat. Für die Stadt Sarakeb gibt es nun keinen Zweifel mehr. Eine Erkundungsmission vor Ort habe ergeben, dass Chlorgas „wahrscheinlich als chemische Waffe eingesetzt worden“ ist, resümierten Experten am Mittwoch in Den Haag. Der mutmaßliche Chlorgasangriff auf die syrische Stadt vom 4. Februar 2018 hat zahlreichen Menschen das Leben gekostet.

Unklar ist weiterhin, wer für diese menschenverachtende Tat verantwortlich ist. Die Ermittlungen der OPCW diesbezüglich sind begrenzt. Die Experten dürfen ausschließlich prüfen, ob Giftgas eingesetzt wurde, nicht aber von wem.

Weitere Angriffsorte im Visier

Sarakeb ist nur ein Anschlagsziel, bei dem der Einsatz von Giftgas vermutet wurde. Untersuchungen in der Stadt Duma stehen noch aus. Hier wurden am 7. April Dutzende Menschen bei Bombardierungen getötet. Die Rettungsorganisation Weißhelme berichtete auf Twitter, eine Fassbombe mit einem „chemischen Mittel“ sei abgeworfen worden. Bilder und Filmmaterial kursierten in den sozialen Netzwerken, die Todesopfer mit Schaum vor dem Mund oder in der Nase zeigten – Indizien für den Einsatz von Gift wie Chlorgas oder Sarin.

Dem Assad-Regime wird vorgeworfen, im Bürgerkrieg chemische Waffen gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen und somit gegen die internationale Chemiewaffenkonvention zu verstoßen.