UPDATE: Der ehemalige Spitzen-Sportler Oscar Pretorius wurde vom obersten Berufungsgericht zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und fünf Monaten verurteilt. Zuvor belief sich das Strafmaß auf sechs Jahre. Das war den Anklägern im Prozess allerdings zu wenig und daher wurde der Fall wieder aufgenommen und neu verhandelt. Normalerweise sieht die südafrikanische Gesetzgebung 15 Jahre für Todschlag vor. Allerdings berücksichtigten sie seine bereits abgesessene Zeit. 

Urteil zu mild

Die Staatsanwaltschaft sah das ursprüngliche Urteil, das in zweiter Instanz gefällt wurde, als „schockierend milde“ an und bemühte sich daher um die Wiederaufnahme des Falles. Auch bei der Bevölkerung Südafrikas löste das Urteil große Empörung aus. Für viele Menschen war es ein Zeichen dafür, dass wohlhabende Weiße noch immer besser vor Gericht behandelt werden als die schwarze Bevölkerung. Die schwarze Richterin Masipa erklärte allerdings: „Unsere Gerichte dienen dem Gesetz, nicht der öffentlichen Meinung.“ Entgegen aller Erwartungen erschien Pistorius sogar zu dem heutigen Termin. 

Gefallener Held

Pistorius tötete am Valentinstag 2013 seine Freundin, das Model Reeva Steenkamp, durch vier Schüsse durch die Toilettentür. Er beteuerte immer wieder, er habe einen Einbrecher im Badezimmer vermutet und daher geschossen. 2016 wurde Pistorius dann wegen Mordes verurteilt. In Deutschland entspricht das Urteil Totschlag. Auch wenn darauf 15 Jahre Haft stehen, sah Richterin Thokozile Masipa damals mildernde Umstände für den ehemaligen Sportler. Er sei ein gefallener Held, habe seine Karriere verloren und sei finanziell ruiniert.