Der Todesraser von Hamburg, Ricardas D. (25), bekommt lebenslänglich! Das entschied das Hamburger Landgericht am Montag. Der wegen Diebstahls polizeibekannte Litauer hatte sich im Mai 2017 am frühen Morgen eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, nachdem er wegen seines Fahrstils aufgefallen war. In Schlangenlinien und ohne Licht heizte er mit bis zu 145 km/h über rote Ampeln – ohne Führerschein und mit 1,1 Promille im Blut. Um 4.17 Uhr dann das tragische Ende: Ricardas D. kracht auf dem Ballindamm in ein entgegenkommendes Taxi. Ein Menschen kam bei dem Frontalcrash ums Leben, drei weitere wurden schwer verletzt, darunter auch der 25-jährige angeklagte Unfallverursacher.

Es war Mord

Der Richter verurteilte Ricardas D. zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes an John B. (22), der im entgegenkommenden Taxi als Fahrgast gesessen hatte, und wegen zweifachen versuchten Mordes.

„Der Angeklagte billigte den Tod anderer, sein Ziel war es, sich dem Zugriff der Polizei zu entziehen. Keine Vorsicht, keine Abwägung, keine Rücksicht, keine Kompromisse. Wir haben es mit einem Delikt im Straßenverkehr zu tun, aber es drängt sich eher der Vergleich zu einer Person auf, die flüchtet und auf der Flucht wild um sich schießt“, begründete der Richter seinen Urteilsspruch. „Hier wurde eine Gefahrenspirale ganz bewusst auf die Spitze getrieben.“ Die Polizeibeamten hätten dabei nichts anderes versucht, als den sich abzeichnenden Mord zu verhindern, konterte er dem Verteidiger von Ricardas D.. Der hatte für seinen Mandanten für vier Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung plädiert: „Ich halte das Verhalten der Polizeibeamten für problematisch. Das hat sicher meinen Mandanten weiter angetrieben. Ich halte es für falsch, jemanden so in Panik zu versetzen. Er brachte sich selbst genauso in Gefahr.“

Der Angeklagte selbst zeigte nach dem Plädoyer seines Anwalts Reue: „Sehr geehrtes Gericht, ich bedauere sehr das gemacht zu haben. Wenn ich damals nachgedacht hätte, wäre es nicht passiert. (…) „Es tut mir sehr leid, dass ein Mensch zu Tode gekommen ist. Ich bete jeden Tag für seine Seele und entschuldige mich sehr“.

Eine Einsicht, die zu spät kommt.