Bei rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville (Virginia) raste am Samstag der 20-jährige James Field in eine Gruppe von Demonstranten. Die 32-jährige Heather Heyer kam dabei ums Leben, 19 weitere Menschen wurde verletzt. Hinzu kamen weitere Angriffe, so wurde zum Beispiel laut spiegel.de ein Schwarzer in einer Tiefgarage überfallen und fast zu Tode geprügelt. Doch statt diese rassistischen Motive und Taten umgehend zu verurteilen, meldet sich Präsident Donald Trump erst sehr spät zu Wort und sprach lediglich von Gewalt beider Seiten. Erst an Tag drei nach dem Höhepunkt der Ausschreitungen distanzierte sich Trump – angeblich nur unter hohem Widerstand – von den Rassisten und Anhängern des Ku Klux Klans, nur um am Dienstag wieder zurückzurudern.

Trump rudert zurück

Eigentlich wollte Donald Trump in der Lobby seines Trump-Towers über die Infrastruktur der USA sprechen, doch nach den Ereignissen vom Wochenende brannten den Reportern in der anschließenden Fragerunde ganz andere Fragen auf der Zunge. Das nahm sich Donald Trump zum Anlass, um seine Meinung nochmals zu unterstreichen und zu betonen, dass er die Wurzel der Gewalt auf beiden Lagern sah:

Es gab auf der einen Seite eine Gruppe, die schlimm war, und es gab auf der anderen Seite eine Gruppe, die ebenfalls sehr gewalttätig war.

Auf die Frage eines Reporters hin, ob er wie Senator McCain ebenfalls die “Alt Right”-Bewegung als Verantwortliche für die Ausschreitungen sieht, wich Trump aus und fragte:

Okay, was ist mit der ‚Alt Left‘, die angriff – Moment mal! – was ist mit der ‚Alt Left‘, die die ‚Alt Right‘, wie Sie sie nennen, angriff? Zeigen die so was wie Schuldgefühle? Lassen Sie mich Sie das fragen: Was ist mit der Tatsache, dass sie mit Schlagstöcken in der Hand angriffen, dass sie Schlagstöcke schwangen? Haben die ein Problem? Ich finde, das haben sie.

Ganz einmal davon abgesehen, dass es die “Alt Left” nicht gibt und es sich hierbei um einen Fantasiebegriff des Präsidenten handelt, wurden nahezu ausschließlich rechte Demonstranten mit Schlagstöcken und Fackeln gesehen, flankiert von Hitler-Grüßen und “Heil Trump”-Rufen.

Twitter-Dank vom Ex-Ku-Klux-Klan-Chef

Damit traf der US-Präsident besonders bei den Rassisten ins Schwarze, während er bei den Demonstranten vor der Tür und bei den Zuschauern am Bildschirm lediglich blankes Entsetzen hervorrief. Der frühere Chef des Ku Klux Klans David Duke dankte dem Präsidenten allerdings für seine Aufrichtigkeit und den Mut, die Wahrheit auszusprechen.

Die komplette Rede des Präsidenten gibt es hier: