Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die Hauptstadt der Malediven herausgegeben. Es wird demnach geraten „von nicht notwendigen Reisen nach Malé derzeit abzusehen“. Außerdem hat Präsident Abdulla Yameen Abdul Gayoom den Notstand auf dem Inselstaat ausgerufen. Die Lage spitzt sich zu.

Ex-Präsident und Richter festgenommen

Für viele Menschen gelten die Malediven als das Urlaubsparadies schlechthin. Allerdings wird der Inselstaat derzeit von schweren Ausschreitungen erschüttert. Zwischen dem Präsidenten Abdulla Yameen Abdul Gayoom und der Opposition eskalierte der Streit soweit, dass er am Montag für 15 Tage den Notstand ausrief. Dadurch können Sicherheitskräfte besser gegen die Mitglieder der Opposition vorgehen. Außerdem wurden zwei Richter des Obersten Gerichts sowie der ehemalige Präsident Abdul Gayoom festgenommen.

Am Donnerstag ordnete das Gericht die Freilassung und die Wiederaufnahme der Prozesse gegen acht Politiker der Opposition an. Auch gegen den Ex-Präsidenten Mohamed Nasheed soll das Verfahren wieder eröffnet werden. Er hatte in Folge seiner Verurteilung zu 13 Jahren Haft, die als höchst umstritten galt, vor zwei Jahren Asyl in Großbritannien gewährt bekommen. Darüberhinaus setzte das Gericht zwölf Parlamentsabgeordnete ein. Die Opposition hätte damit die Mehrheit. Allerdings weigert sich die Regierung bislang, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Unter anderem forderten die Vereinten Nationen die Regierung des Landes auf, die Entscheidung des Gerichts zu akzeptieren. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes ergänzte am Dienstag: „Wir sind besorgt über die jüngsten innenpolitischen Entwicklungen auf den Malediven. Die Ausrufung des Ausnahmezustands trägt weiter dazu bei, Demokratie und Menschrechte auszuhöhlen.“ Er solle sofort beendet werden.