Nicolas Sarkozy sieht sich mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Frankreichs Ex-Präsident (2007-2012) soll seinen Wahlkampf mit dem Geld eines Diktators finanziert haben. Fünf Millionen Euro des früheren libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi seien in bar in Sarkozys Taschen gelangt. Wie die „Bild“-Zeitung am Dienstag berichtete, befindet sich der 69-Jährige im Pariser Vorort Nanterre in Polizeigewahrsam. Der Politiker soll nun befragt werden, ob er 2007 illegale Wahlkampfspenden aus dem Ausland kassiert hat.

Nach langem Verdacht: Hat Sarkozy illegale Spenden angenommen?

Der Verdacht stand schon lange im Raum, seit 2013 läuft ein Ermittlungsverfahren. Doch er jetzt muss Sarkozy erstmals selbst Stellung nehmen. Anti-Korruptionsermittler sollen Frankreichs ehemaligen Präsidenten binnen 48 Stunden auf den Zahn fühlen. Länger darf der Verdächtige nicht auf der Polizeiwache festgehalten werden.

Der involvierte Staatsanwaltschaft wollte gegenüber französischen Nachrichtenagenturen zunächst keine näheren Angaben machen. Wie die französisches Tageszeitung „Le Monde“ berichtete, habe ein Mittelsmann mitten im Wahlkampf 2016 den entscheidenden Hinweis gegeben. Der Unbekannte habe die fünf Millionen Euro damals von Tripolis nach Paris gebracht und zum Jahreswechsel 2006/2007 an den damaligen Präsidentschaftskandidaten Sarkozy übergeben.

Sarkozy steht damit unter Verdacht der Bestechung.