Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln haben Spuren hinterlassen. Anlässlich der größten Silvester-Party Deutschlands zwischen dem Brandenburger Tor und dem Großen Stern werden in diesem Jahr erstmals Schutzzonen für Opfer sexueller Übergriffe eingerichtet. Die weißen Zelte sollen Frauen, die sich sexuell belästigt fühlen, als Sicherheitsbereich dienen. Die sogenannte „Women‘s Safety Area“ ist mit Security-Mitarbeitern und psychologisch geschultem Personal vom Kriseninterventionsdienst besetzt.

„Wir hatten in Berlin in der Vergangenheit wenig Probleme, doch die Erfahrungen aus Köln fließen da mit ein“, erklärte die Sprecherin der Festmeile die Maßnahme auf Anfrage der B.Z. Die Berliner Polizei habe einen solchen Sicherheitsbereich angeregt.

Viele Frauen, die sexuell belästigt wurden, wollen keine Anzeige aufgeben. Wir geben ihnen dort die Möglichkeit, sich in Sicherheit zurückzuziehen,

sagte die Sprecherin weiter.

In Köln hatte es infolge von massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen während des Jahreswechsels vor zwei Jahren mehr als 1.000 Anzeigen gegeben. Auch beim diesjährigen Oktoberfest kamen derartige Schutzzonen zum Einsatz. In München sollen von etwa 200 Hilfe suchenden Frauen 30 Anzeige erstattet haben.