Sie sind jung, sie sind schön und erleiden vermutlich ein trauriges Schicksal: Die Olympia-Cheerleader, die Kim Jong-un nach Pyeongchang sendete. Unter anderem berichtete nun eine geflohene Soldatin aus Nordkorea dem US-Sender „Bloomberg“, dass auf die Frauen nach ihrer Rückkehr nicht etwa die Heimat warte, sondern die Hölle auf Erden.

Tägliche Sex-Dienste

Demnach seien die jungen Frauen die Sex-Sklaven des Diktators und gehören zum sogenannten „Pleasure Squad“ (Vergnügungstrupp), der aus etwa 230 Nordkoreanerinnen besteht. So müssen sie sich immer dann bei politischen Feiern ausziehen, wenn es von ihnen verlangt wird, erklärt Lee So-yeon. Sie seien nicht nur dafür da, Kims Propaganda zu verbreiten, „sie müssen auf den Partys sexuelle Dienste leisten.“ Und so gut wie täglich findet eine derartige Feier für die Politiker statt. „Wie Objekte wird ihnen befohlen, sich zu entkleiden – es sind auch physische Schmerzen, die jede der Frauen durchleben muss“, berichtet So-yeon weiter.

Für die Aufnahme in die elitäre Riege gelten strenge Regeln. „Sie müssen über 1,63 Meter groß sein und aus gutem Hause kommen“, sagte An Chan-il, der Direktor des World Institute for North Korea Studies im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. „Manche werden aus Bands rekrutiert, aber die meisten sind Studenten der Kim-Il-Sung-Universität.“ Und nicht nur im Inland sind die Frauen zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet, auch im Ausland haben sie keinerlei Freiheiten. Bei den Olympischen Winterspielen durften sie nicht einmal spazieren gehen.

Bei Missachtung droht Arbeitslager

Sollten es die Damen einmal nicht schaffen, die perfekte Illusion ihres Landes zu erhalten, dann drohen ihnen furchtbare Konsequenzen. Vor etwa zehn Jahren wurde bekannt, dass 21 der jungen Frauen in ein Arbeitslager gebracht wurden, weil sie über ihr Leben in Nordkorea sprachen.