Aufgrund ihres Fehlverhaltens im Skandal um karibische Einwanderer ist die britische Innenministerin Amber Rudd zurückgetreten. Premierministerin Theresa May habe das Angebot von Rudd angenommen, teilte ein Regierungssprecher mit.

Die 54-jährige Rudd war für ihre Aussagen zur Windrush-Generation kritisiert worden. So werden Einwanderer aus der Karibik bezeichnet, die zwischen 1948 und 1971 auf Regierungseinladung als Arbeitskräfte nach Großbritannien kamen. Viele Immigranten und deren Nachfahren hatte Probleme, ihr Aufenthaltsrecht nachzuweisen, da sie niemals entsprechende Dokumente erhielten. Die Folge waren Abschiebedrohungen, medizinische Behandlungen und Sozialleistungen wurden teilweise verweigert.

Theresa May entschuldigte sich für den Umstand, Rudd stellte daraufhin britische Pässe und Entschädigungen in Aussicht. Kritiker warfen Rudd Ahnungslosigkeit vor. Die Opposition forderte ihren Rücktritt. Das Problematische daran: Theresa May initiierte durch Schaffung einer für illegale Einwanderern „feindlichen Umgebung“ den jetzigen Windrush-Skandal. Amber Rudd ist für viele das Bauernopfer, welches die verfehlte Politik der Premierministerin nun ausbaden darf.

Zum Verhängnis wurde Rudd, das sie anfangs bestritt, von so genannte Abschiebequoten gewusst zu haben. Diese Arbeitsweise führte laut Kritikern dazu, dass neben illegalen Einwanderern auch vermehrt die Windrush-Generation ins Visier der Behörden geriet.

Rudds Rücktritt ist bereits der fünfte unter Theresa May seit den Neuwahlen im vergangenen Juni. Der Windrush-Generation ist nach dem Passagierschiff benannt mit dem die ersten Einwanderer aus der Karibik nach Großbritannien kamen.