Nach gerade mal 15 Minuten Bedenkzeit verkündete Richter Lawrence Moniz das Urteil: 15 Monate Gefängnis, danach 13 Monate auf Bewährung unter strenger Aufsicht der Justizbehörden. Ein Schlag ins Gesicht für die Hinterbliebenen von Conrad Roy.

Michelle Carter, bei der Tat gerade mal 17 Jahre alt, bereut laut eigener Aussage ihre Tat zutiefst, ihrem Anwalt ist das Strafmaß für die junge Frau immer noch zu hoch und will in Berufung gehen.

Was war passiert?

Conrad Roy und Michelle Carter lernten sich 2012 bei einem Urlaub in Florida kennen. Ihre Beziehung spielte sich fortan vornehmlich über SMS und E-Mails ab. Roy war depressiv und sprach immer wieder davon sich das Leben zu nehmen. Anstatt ihm diese Gedanken auszutreiben, ermutigte Carter den jungen Mann zu seiner Tat.

 Du wirst endlich im Himmel sein. Kein Schmerz mehr. Du kannst nicht darüber nachdenken. Du musst es einfach tun. Du hast gesagt, du würdest es tun. Also, ich versteh nicht, warum du es nicht tust.

Auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums leitete sich Roy schließlich Autoabgase in die Fahrerkabine. Doch er bekam Angst und kletterte aus dem Wagen. Er telefonierte mit seiner Freundin Michelle: „Geh wieder rein“ waren ihre Worte. Conrad Roy tat das und starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Reaktionen auf das Strafmaß

Die Angehörigen von Conrad Roy zeigten sich geschockt von dem milden Urteil.

Kim Bozzi, Tante von Conrad Roy:

Zwanzig Jahre sind vielleicht extrem viel. Aber es sind noch immer 20 Jahre mehr als Conrad hatte.

Roys 13-jährige Schwester:

Ich wache jeden Morgen auf, gehe jeden Abend ins Bett und denke an ihn. Ich werde nicht zu seiner Hochzeit gehen können und auch nicht die Tante seiner Kinder werden.