Das gestrige Misstrauensvotum im polnischen Parlament hatte Ministerpräsidentin Beata Szydlo ihr Bleiberecht bescheinigt. Trotz ihrer positiven Bilanz zur zweijährigen Amtszeit in Warschau gab Polens Regierungschefin ihren Rücktritt bekannt. Finanz- und Wirtschaftsminister Mateusz Morawiecki soll in ihre Fußstapfen treten. Der 49-Jährige wird als enger Vertrauter von PiS-Parteichef Kaczynski gehandelt.

Wochenlang über Rücktritt spekuliert

Der Machtwechsel kommt für viele nicht überraschend. Ihren bevorstehenden Rückzug hatte Szydlo zuvor selbst in einem Tweet durchklingen lassen:

Ungeachtet all dessen ist Polen das Wichtigste. Eins, das sich um Familie und Werte kümmert (und) sicher (ist). Das aus der Grundlage christlicher Werte gewachsen ist, tolerant und offen. Modern und ehrgeizig. Das ist mein Land.

Kritiker der PiS-Partei interpretieren Szydlos Rücktritt als Schachzug, der das öffentliche Interesse von möglichen Beschlüssen zur Einflussnahme der Regierung auf die Justiz weglenken soll.