In der Türkei werden am 24. Juni das Parlament und der Präsident gewählt, aber schon heute sind die Wahlurnen für alle wahlberechtigten Türken in Deutschland geöffnet. Ihre Stimmen könnten für Erdogan eine besondere Rolle spielen.

1,4 Millionen Bürger zum Wählen aufgerufen

Bereits am frühen Morgen eröffneten die Wahllokale und die ersten Wähler setzen ihre Kreuze.. Zeit dazu haben die 1,4 Millionen Bürger mit türkischem Pass noch bis zum 19. Juni. Ein Drittel der Wählerschaft lebt in Nordrhein-Westfallen. Doch nicht nur hier ist die Stimmabgabe möglich. Auch in Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Hürth oder auch in München, Nürnberg und Stuttgart können Wahlberechtigte wählen.

Eine Briefwahl wie in Deutschland ist laut türkischem Gesetz nicht möglich.

Wahlen könnten Erdogan entmachten

Umfragen deuten bereits jetzt daraufhin, dass Präsident Erdogan die absolute Mehrheit in der Türkei verfehlen könnte. Daher sind die Stimmen aus dem Ausland besonders wichtig. Sie machen mehr als fünf Prozent der türkischen Wähler aus.

In der Türkei, aber auch unter den Türken in Deutschland gebe es eine Wechselstimmung zulasten von Staatschef Recep Tayyip Erdogan,

so der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu.

Die Wahlen wurden im April überraschend von Erdogan angesetzt. Eigentlich wären die nächste Parlamentswahl erst wieder im November 2019 fällig gewesen. Insgesamt treten acht Parteien an. Zur Wahl des Präsidenten wurden sechs Kandidaten zugelassen. Wenn keiner von ihnen in der ersten Runde eine absolute Mehrheit erhält, wird es zwei Wochen danach zu einer Stichwahl kommen.