Unter Italiens rechtspopulistischer Regierung wird die Arbeit internationaler Seenotretter im Mittelmeer immer schwieriger. Nach der italienischen Abweisung der „Aquarius“ mit mehr als 600 Flüchtlingen an Bord wurden nun zwei Rettungsschiffe der Organisation Lifeline aus Dresden beschlagnahmt. Wie es aus Regierungskreisen am Freitag heißt, solle die staatliche Zugehörigkeit der Schiffe „Lifeline“ und „Seefuchs“ geklärt werden. Beide fuhren unter niederländischer Flagge.

Laut Verkehrsminister Danilo Toninelli von der Fünf-Sterne-Bewegung wurden die „illegitimen und illegalen“ Schiffe in einem italienischen Hafen sichergestellt. Er wirft der Organisation vor, internationales Recht gebrochen zu haben, indem sie 226 Geflüchtete vor der Küste Libyens an Bord genommen hat. Lifeline widerum gab an, der Einsatz habe in „internationalen Gewässern“ stattgefunden.

Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega hatte den Schiffen zuvor das Anlegen in italienischen Häfen verwehrt.

Seit September 2017 fahren freiwillige Helfer der NGO Lifeline Einsätze auf dem Mittelmeer, um Menschen in Seenot zu retten.

Die Behinderung dieser „lebensnotwendigen Arbeit“ wird von der UNHCR scharf kritisiert.