Bei der Schießerei an einer Schule in Florida vor war offenbar ein Hilfspolizist vor Ort. Obwohl der Mann an der Waffe ausgebildet war und ihm klar gewesen sein musste, was in der Schule passiert, griff er nicht ein. Das geht aus Überwachungsvideos und Zeugenaussagen hervor.

Bei dem Amoklauf in Parkland wurden 17 Menschen, darunter 2 Lehrer getötet. Der Amokschütze, ein ehemaliger Schüler, wurde kurz nach der Tat festgenommen.

Polizeichef Scott Israel

Polizist wartete vier Minuten ab

Der Polizist stand im Dienst der lokalen Polizeibehörde. Deren Sheriff Scott Israel sagte, dass der Hilfs-Sheriff aufgrund seiner Tatenlosigkeit vom Dienst suspendiert worden sei. Israel habe sich Videoaufzeichnungen angesehen und Zeugen befragt. Demnach hatte der Sicherheitsmann offenbar Stellung vor der Schule genommen, wartete während der Schießerei jedoch vier Minuten lang untätig ab. Das Gemetzel im Inneren des Gebäudes dauerte lediglich knappe sechs Minuten.

Der Hilfspolizist soll nach der Suspendierung von seinem Posten zurückgetreten sein. Warum er während der grausamen Tat nicht einschritt, ist offenbar noch ungeklärt. Jedenfalls gibt es dazu lediglich Mutmaßungen, die schlichtweg die psychologische Dynamik der Angst in dem Moment als Grund ausmachen.

Auf die Frage eines Journalisten, was der Hilfspolizist hätte richtigerweise tun sollen, antwortete der Polizeichef des Broward County Scott Israel:

Er hätte in das Schulgebäude gehen, sich dem Amokläufer entgegenstellen und ihn letztlich töten müssen.

Hilfspolizist wusste sogar vom Amoklauf

Aber es kommt noch dicker: Der suspendierte Hilfspolizist hätte offenbar sogar von dem Amoklauf wissen müssen. Zeugen hätten nämlich ausgesagt, dass sie Polizeikräfte bereits 2016 und 2017 gewarnt hätten, dass es Gerüchte gäbe, dass der Amokschütze ein solches Massaker plant. Diese Informationen gelangten offenbar auch an den Hilfs-Sheriff.