Nur 24 Stunden nach ihrer Festnahme sind die sechs Verdächtigen vom vereitelten Anschlag auf den Berliner Halbmarathon am Sonntag wieder auf freiem Fuß. Die Männer wurden laut Informationen der „Bild“-Zeitung dabei beobachtet, wie sie Streckenabschnitte in der Nacht zum Sonntag ausspionierten. Alle sechs seien dem Bekanntenkreis des Breitscheidplatz-Attentäter Anis Amri zuzurechnen. Ein Bereitschaftsrichter habe die Männer am Montag wieder frei gelassen, nachdem keine belastenden Beweise in den Wohnungen der  Verdächtigen gefunden wurden. Zwar stellte die Polizei in bei den Wohnungsdurchsuchungen in Neukölln, Charlottenburg und andern Berliner Bezirken Handys, Computer und ein Messer sicher, doch wurde kein Sprengstoff gefunden. Obgleich ein Sprengstoff-Spürhund im Haus eines Tatverdächtigen angeschlagen haben soll.

Die Auswertung der sichergestellten Spuren und Datenträger habe bislang nicht zu einem dringenden Tatverdacht geführt, heißt es in der Begründung für die Entscheidung gegen die Untersuchungshaft.

Das Großereignis zog etwa 250.000 Menschen an.

Hauptverdächtiger war am Breitscheidplatz

Im Vorfeld des Berliner Halbmarathons soll es Hinweise auf einen geplanten Anschlag gegeben haben. Genaueres ist dazu derzeit nicht bekannt.

Der in Berlin geborene Hauptverdächtige Abed El-Rahman W. (19) bewohnt eine Eigentumswohnung an der Budapester Straße (Charlottenburg) mit Blick auf den Breitscheidplatz. Er soll sich noch eine Woche vor dem Weihnachtsmarkt-Attentat mit Anis Amri getroffen haben. Kurz nach dem Attentat hat sich W. am Tatort aufgehalten. Einer Polizistin verweigerte er bei seiner Befragung den Handschlag. Diese Details stammen aus einem BKA-Bericht.

W. soll im November 2016 drei Terror-Verdächtigen bei der Ausreise von Berlin über Istanbul ins IS-Gebiet  geholfen haben. Er wird der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat verdächtigt. Im Dezember 2017 wurde W. in diesem Zusammenhang zwischenzeitlich festgenommen. Seit rund zwei Wochen wurde er rund um die Uhr überwacht.