AfD-Chef Alexander Gauland sorgte mit einem Holocaust-Vergleich am vergangenen Wochenende beim Parteitag der Jungen Alternative im thüringischen Seebach für Entsetzen. Er sagte dem Nachrichtensender „Deutsche Welle“, dass die NS-Zeit „nur ein Vogelschiss“ in deutschen Geschichte sei. Vertreter der Bundesregierung und Überlebende des Holocaust zeigten sich empört.

Wörtlich sagte Gauland:

Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Wir haben eine ruhmreiche Geschichte – und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre.

Für diese Äußerung hagelte es sogar Kritik aus den eigenen Reihen. Die Alternative Mitte, die sich als Strömung der Gemäßigten in der AfD bezeichnet, fordert eine öffentliche Entschuldigung ihres Partei-Chefs und erklärte am späten Sonntagabend in Berlin:

Einem Politiker, der über ein Mindestmaß an Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein für unsere Geschichte verfügt, darf das nicht passieren.

Zuvor äußerte sich AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen. Er sagte zu „ZEIT Online“, dass Gaulands Bemerkung „in der Tat ausgesprochen unglücklich und die Wortwahl unangemessen“ sei. Dennoch nimmt er den Partei-Chef in Schutz. Schaut man sich den Kontext der Rede an, werde „vollkommen deutlich, dass er dort in gar keiner Weise die entsetzlichen Greueltaten der Nazizeit verharmlost oder relativiert hat, wie ihm nun reflexartig unterstellt wird.“

Alexander Gauland verteidigte seine Aussage später in einer persönlichen Stellungnahme und erklärte:

Ich habe den Nationalsozialismus als Fliegenschiss bezeichnet. Das ist eine der verachtungsvollsten Charakterisierungen, die die deutsche Sprache kennt. Das kann niemals eine Verhöhnung der Opfer dieses verbrecherischen Systems sein.