Nachdem US-Präsident Donald Trump den Ausstieg aus dem Atomabkommen am Dienstag verkündete, gibt es bereits neue Sanktionen. Nun sollen die Revolutionsgarden kein Geld mehr erhalten. UN-Chef António Guterres forderte nach den jüngsten Entwicklungen ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten zwischen Israel und dem Iran.

Sorge vor einem Flächenbrand

Die USA verhängte zwei Tage nach der Aufkündigung des Atomdeals neue Sanktionen gegen den Iran. Nun sollen die Revolutionsgarden kein Geld mehr erhalten. Sie wurden als Terrororganisation eingestuft. Derweil bemühen sich die europäischen Mitglieder des Atomabkommens weiter um Schadensbegrenzung. Ziel des Abkommens sei es, die Entwicklung von Atomwaffen im Iran zu verhindern. Dafür wären Wirtschaftssanktionen aufgehoben worden.

Politik des maximalen Drucks

Unser Ziel ist es, den Geldfluss in den Iran abzuschneiden. Das sind sehr mächtige Werkzeuge, die wir durchsetzen werden,

so US-Finanzminister Steven Mnuchin im Interview mit „Fox News“. Durch den maximalen finanziellen Druck wolle die USA gemeinsam mit ihren Verbündeten den Iran zu einem besseren Atom-Deal zwingen.

Trump kündigte außerdem an, dass seine Regierung bald weitere neue Sanktionen verhängen werde.

Als Reaktion versicherten Deutschland, Frankreich und England dem Iran, dass sie weiter am Atomabkommen festhalten werden. Bei einem gemeinsamen Telefonat mit Irans Präsident Hassan Rohani spielte das Streitthema europäische Banken eine gesonderte Rolle.

Laut „Bild“-Zeitung solle die Bundesregierung einen eigenen Stab bestehend aus Mitarbeitern von Außen-, Wirtschafts- und Finanzministerium zum Thema gegründet haben. Ersten Einschätzungen zufolge seien deutsche Unternehmen, die mit dem Iran handeln oder dort Investitionen durchführen, vor künftigen US-Sanktionen gegen sie kaum zu schützen, heißt es.

Angesichts des militärischen Schlagabtausches zwischen Israel und dem Iran in Syrien gehe es „wahrlich um Krieg und Frieden“. Russlands Außenminister Sergej Lawrow forderte bei einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas die Konflikte zwischen Israel und dem Iran im Dialog zu lösen.

UN-Generalsekretär warnt vor „neuen Flächenbrand“

Als alarmierend wird die Lage auch im UN-Sicerheitsrat eingestuft.

Jegliche Provokationen müssten vermieden werden, um einen neuen Flächenbrand in einer bereits jetzt in schreckliche Konflikte verwickelten Region zu verhindern,

warnt Generalsekretär António Guterres.

Er habe die Berichte über die Angriffe auf den Golanhöhen und in Syrien in der Nacht zu Donnerstag „mit größter Besorgnis verfolgt“, erklärte sein Sprecher Stéphane Dujarric.